Die Turnierform entscheidet über zwei Dinge: wie viele Spiele stattfinden, und wie viele Teilnehmer nach dem ersten Spiel nach Hause fahren. Beides sollte man wissen, bevor man auslost.
Die drei Formen und ihre Rechnung
Jeder gegen jeden. Bei n Teilnehmern sind es n × (n − 1) ÷ 2 Spiele. Jeder spielt n − 1 mal.
| Teilnehmer | Spiele | Spiele je Person |
|---|---|---|
| 4 | 6 | 3 |
| 6 | 15 | 5 |
| 8 | 28 | 7 |
| 10 | 45 | 9 |
Die Spalte Mitte wächst schneller, als man denkt. Ab acht Teilnehmern ist das an einem Wochenende nicht mehr zu schaffen, es sei denn, ihr habt sehr viele Plätze.
K.-o.-System. Bei n Teilnehmern sind es n − 1 Spiele, denn jedes Spiel scheidet genau einen aus. 16 Teilnehmer, 15 Spiele, ein Sieger. Sehr sparsam, aber: die Hälfte spielt genau einmal.
Gruppen mit Endrunde. Der Kompromiss. Zwei Vierergruppen ergeben 12 Gruppenspiele plus Halbfinale und Finale, macht 15. Jeder spielt mindestens drei Mal, und am Ende steht trotzdem ein klarer Sieger.
Welche Form wann
| Meldungen | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| 3 bis 5 | Jeder gegen jeden | Wenige Spiele, jeder spielt oft, gerechteste Form |
| 6 bis 8 | Zwei Gruppen, dann Halbfinale | Jeder mindestens drei Spiele, Endrunde bleibt spannend |
| 9 bis 16 | K.-o. mit Setzliste, dazu Trostrunde | Ein K.-o.-Feld ohne Trostrunde ist bei Vereinsturnieren zu hart |
| über 16 | K.-o. mit Setzliste und Freilosen | Alles andere sprengt die Platzzeit |
Die Faustregel dahinter: Bezahlte Meldungen verdienen mehr als ein Spiel. Bei einer Clubmeisterschaft, für die Mitglieder Gebühr zahlen, ist ein reines K.-o.-Feld ein schlechter Gegenwert.
Setzliste und Freilose
Sobald ihr K.-o. spielt, braucht es beides.
Setzen heißt: Die Stärksten werden im Baum so verteilt, dass sie sich nicht in Runde eins treffen. Bei 16 Teilnehmern setzt man üblicherweise vier, bei 32 acht. Grundlage ist die LK oder das Ergebnis des Vorjahres. Wer setzt, sollte sagen, wonach er setzt, sonst wirkt es willkürlich.
Freilose braucht man, wenn die Teilnehmerzahl keine Zweierpotenz ist. Bei 12 Teilnehmern hat der Baum 16 Plätze, also vier Freilose. Die gehören an die gesetzten Spieler, nicht an zufällige. Ein Freilos für den schwächsten Teilnehmer verzerrt das Turnier.
Das Schweizer System
Selten im Tennis, aber für große Felder mit wenig Zeit interessant: Alle spielen gleich viele Runden, und in jeder Runde trifft man auf jemanden mit ähnlicher Bilanz. Niemand scheidet aus, und nach fünf Runden steht bei 32 Teilnehmern eine belastbare Rangfolge.
Der Haken: Die nächste Runde lässt sich erst ansetzen, wenn die vorherige komplett fertig ist. Für einen Turniertag mit vielen Plätzen und pünktlichen Leuten geht das. Für Vereinsturniere über zwei Wochen mit individuellen Terminabsprachen geht es nicht.
Was die Platzzeit angeht
Rechne grob:
- Spiele × Spieldauer ÷ Plätze = reine Belegungszeit
- Dazu 15 Minuten Puffer je Ansetzung
- Und 30 Minuten Pause zwischen zwei Spielen desselben Spielers
Beispiel: 15 Spiele à 90 Minuten auf drei Plätzen sind rechnerisch 7,5 Stunden. Mit Puffern und Pausen sind es realistisch neun bis zehn. Ein Turniertag von 9 bis 19 Uhr ist damit voll, ohne Reserve für ein Match, das über drei Stunden geht.
Wenn die Rechnung nicht aufgeht, gibt es genau vier Stellschrauben: kürzerer Modus, weniger Konkurrenzen, mehr Plätze, mehr Tage. Alles andere ist Hoffnung.
Kurz zusammengefasst
- Jeder gegen jeden ist am gerechtesten, wächst aber quadratisch.
- K.-o. ist am sparsamsten, schickt aber die Hälfte nach einem Spiel heim.
- Gruppen mit Endrunde sind der übliche Kompromiss ab sechs Meldungen.
- Freilose gehören an gesetzte Spieler.
- Platzzeit ehrlich rechnen, mit Puffern und Pausen.