Medenspiele sind die Punktspiele im deutschen Vereinstennis, benannt nach dem Stifter Carl August von der Meden. Regional heißen sie auch Punktrunde, Verbandsrunde oder schlicht Medenrunde. Gemeint ist immer dasselbe: die Ligasaison der Vereinsmannschaften, in den meisten Verbänden von Ende April bis Anfang September, dazu vielerorts eine Winterrunde in der Halle.
Wer eine Mannschaft führt, hat vier Aufgaben. Der Rest ist Kommunikation.
1. Mannschaftsmeldung
Vor der Saison meldet der Verein seine Mannschaften und dazu je Mannschaft eine namentliche Meldung: die Spieler in einer festen Reihenfolge, üblicherweise nach Spielstärke.
Diese Reihenfolge ist bindend. Sie legt fest, wer an Position eins spielt, wer an zwei, und so weiter. Man darf am Spieltag nicht einfach tauschen, weil jemand gerade gut in Form ist. Wer in einer höheren Mannschaft gemeldet ist, darf nur unter bestimmten Bedingungen in einer niedrigeren aushelfen, und umgekehrt gibt es Sperrfristen.
Die genauen Regeln stehen in der Wettspielordnung des Landesverbands und unterscheiden sich. Das ist der Punkt, an dem die meisten Strafen entstehen, und fast immer aus Unwissen.
2. Die Wochen vor dem Spieltag
Zwei Dinge, die den Unterschied machen:
Termine früh sichtbar machen. Der Spielplan steht in nuLiga, meist schon im März. Wer ihn erst im Mai in die Gruppe schickt, hat im Juni Ausfälle, weil vier Leute im Urlaub sind. Am einfachsten: den Spielplan einmal als Kalender abonnieren und die Adresse in die Mannschaftsgruppe schicken. Dann sieht jeder die Termine in seinem eigenen Kalender, und Verlegungen ziehen sich von selbst nach.
Verfügbarkeit abfragen, nicht annehmen. Eine kurze Umfrage pro Spieltag, zwei Wochen vorher. Wer erst am Donnerstag fragt, wer am Samstag kann, findet keinen Ersatz mehr.
3. Der Spieltag
Der übliche Ablauf, mit den Stellen, an denen es klemmt:
- Vor Spielbeginn tauschen die Mannschaftsführer die Aufstellungen aus. Sie werden gleichzeitig übergeben, nicht nacheinander.
- Einzel zuerst, danach die Doppel. Die Doppelaufstellung wird erst nach den Einzeln festgelegt, und auch sie muss der Reihenfolge nach absteigend stark sein.
- Bei fehlenden Spielern wird das betreffende Einzel als Walkover gewertet, in der Regel mit 6:0 6:0. Eine unvollständige Mannschaft darf trotzdem antreten.
- Nach dem letzten Spiel wird der Spielbericht ausgefüllt und von beiden Mannschaftsführern unterschrieben.
Der Gastgeber stellt Plätze und Bälle. Wer wann duschen darf, ist nicht in der Wettspielordnung geregelt, sorgt aber trotzdem regelmäßig für Diskussionen.
4. Ergebnis eintragen
Der Heimverein trägt das Ergebnis in nuLiga ein, meist innerhalb von 24 Stunden. Verpasste Fristen kosten in einigen Verbänden Ordnungsgebühren.
Trag es noch am Spieltag ein. Am Montag erinnert sich niemand mehr, wie das dritte Einzel im Match-Tiebreak ausging.
Wie eine Begegnung gewertet wird
Gezählt wird in drei Stufen, und in dieser Reihenfolge wird auch die Tabelle entschieden:
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| Matchpunkte | Gewonnene Einzel und Doppel. Bei 6er-Mannschaften also 6 Einzel und 3 Doppel, macht 9. |
| Sätze | Zählen, wenn die Matchpunkte gleich stehen. |
| Spiele | Zählen, wenn auch die Sätze gleich stehen. |
Deshalb steht in der Tabelle oft 5:4 und daneben 11:9 und 78:71. Und deshalb lohnt es sich, ein aussichtsloses Match zu Ende zu spielen: Die Spiele darin können am Saisonende über den Klassenerhalt entscheiden.
Die fünf häufigsten Fehler
- Reihenfolge missachtet. Ein stärkerer Spieler weiter hinten aufgestellt, weil es taktisch passt. Das kostet die Begegnung am grünen Tisch.
- Aushilfe ohne Prüfung. Wer aus einer anderen Mannschaft einspringt, muss dazu berechtigt sein.
- Termine zu spät verteilt. Die häufigste Ursache für fehlende Spieler.
- Ergebnis nicht eingetragen. Frist verpasst, Gebühr fällig.
- Verlegung nur mündlich abgesprochen. Eine Verlegung braucht die Zustimmung beider Vereine und die Meldung an den Verband. Ein Anruf reicht nicht.
Kurz zusammengefasst
- Die namentliche Meldung legt die Reihenfolge fest und ist bindend.
- Termine früh verteilen, am besten als Kalenderabo.
- Aufstellungen werden gleichzeitig getauscht, Doppel erst nach den Einzeln.
- Gewertet wird über Matchpunkte, dann Sätze, dann Spiele.
- Ergebnis am Spieltag eintragen.