Der Match-Tiebreak ist ein verlängerter Tiebreak, der einen ganzen Satz ersetzt. Er wird bis 10 Punkte gespielt, mit zwei Punkten Abstand, und entscheidet das Match.
Im deutschen Vereinstennis ist er inzwischen die Regel statt der Ausnahme: fast alle Medenspiele, fast alle Clubmeisterschaften, ein großer Teil der LK-Turniere.
Der Unterschied zum normalen Tiebreak
Beide funktionieren gleich, nur das Ziel unterscheidet sich.
| Satz-Tiebreak | Match-Tiebreak | |
|---|---|---|
| Wann | Bei 6:6 im Satz | Statt des dritten Satzes |
| Ziel | 7 Punkte | 10 Punkte |
| Abstand | 2 Punkte | 2 Punkte |
| Ergebnis | Satz endet 7:6 | Match endet z. B. 6:4 3:6 10:8 |
Bei zwei Punkten Abstand heißt: Bei 9:9 geht es weiter, bis jemand zwei Punkte vorn liegt. 12:10 ist ein völlig normales Ergebnis.
Aufschlag und Seitenwechsel
Hier passieren die meisten Fehler, und sie passieren immer an denselben zwei Stellen.
- Der erste Aufschlag ist ein einzelner Punkt. Es beginnt der Spieler, der im vorherigen Satz als Nächstes Aufschlag gehabt hätte.
- Danach immer zwei Aufschläge am Stück, abwechselnd. Wer den ersten Einzelaufschlag hatte, schlägt also bei den Punkten 1, dann wieder bei 4 und 5 auf.
- Seitenwechsel nach jeweils sechs Punkten, also bei 6, bei 12, bei 18.
- Aufgeschlagen wird immer von rechts, wenn die eigene Punktzahl gerade ist, sonst von links. Wie im normalen Spiel.
Der Merksatz für die Praxis: einer, dann immer zwei. Und: Seitenwechsel, wenn die Summe beider Punktzahlen durch sechs teilbar ist.
Im Doppel bleibt die Aufschlagreihenfolge des Satzes erhalten. Wer im Satz nach dem Gegner an der Reihe war, ist es auch hier. Die Rückschlagseiten bleiben ebenfalls, wie sie waren.
Warum das Vereinstennis darauf umgestellt hat
Der Grund ist rein praktisch: Plätze sind knapp und Tage sind kurz.
Ein dritter Satz kann eine Stunde dauern, ein Match-Tiebreak zehn Minuten. Für einen Turnierwart ist das der Unterschied zwischen einem Plan, der hält, und einem, bei dem ab 15 Uhr alles verrutscht. Bei acht parallelen Matches summiert sich das schnell auf mehrere Platzstunden.
Dazu kommt: Spieler, die um 9 Uhr angefangen haben und um 19 Uhr noch das Halbfinale spielen sollen, spielen kein gutes Tennis mehr. Kürzere Entscheidungen halten das Niveau oben.
Der Preis ist ein Stück Gerechtigkeit. Ein Match-Tiebreak ist zufälliger als ein Satz, und das ist eine bewusste Abwägung, keine Nachlässigkeit.
Was in die Ausschreibung gehört
Wenn du ein Turnier ansetzt, schreib es wörtlich hin, nicht sinngemäß:
- Zwei Gewinnsätze, oder zwei Sätze und Match-Tiebreak statt des dritten?
- Mit Einstand oder No-Ad?
- Endet der Satz bei 6:6 mit Tiebreak, oder wird bei 5:5 schon abgekürzt?
Diese drei Sätze ersparen dir am Turniertag mehr Diskussionen als jede andere Zeile der Ausschreibung. Sie bestimmen außerdem, wie lange du je Runde ansetzen musst.
Kurz zusammengefasst
- Match-Tiebreak: bis 10, zwei Punkte Abstand, ersetzt den dritten Satz.
- Erster Aufschlag ist einer, danach immer zwei am Stück.
- Seitenwechsel nach jeweils sechs Punkten.
- Er verkürzt Turniertage erheblich und macht Zeitpläne planbar.
- Was gilt, gehört wörtlich in die Ausschreibung.