Die Clubmeisterschaft ist das Turnier, das ein Verein sich selbst schuldet, und gleichzeitig das, für das niemand Zeit hat. In den meisten Vereinen macht es eine Person, meist neben dem Job, meist im dritten Jahr in Folge.
Dieser Leitfaden ist die Reihenfolge, in der ich es machen würde, mit den Zahlen, die man dafür braucht.
Acht Wochen vorher: Rahmen festlegen
Drei Entscheidungen bestimmen alles Weitere. Triff sie früh, denn sie stehen in der Ausschreibung.
1. Wann. Ein Wochenende oder über zwei Wochen verteilt? Ein Wochenende ist ein Fest, braucht aber sehr viele Plätze und schließt alle aus, die an dem Termin nicht können. Verteilt ist entspannter, verliert aber die Turnieratmosphäre und erzeugt endlose Terminabsprachen.
Der übliche Kompromiss: Vorrunden über zwei Wochen nach Absprache, Halbfinale und Finale an einem festen Tag mit Publikum.
2. Welche Konkurrenzen. Jede zusätzliche Konkurrenz kostet Platzzeit und Meldungen an anderer Stelle. Vier gut gefüllte Felder sind besser als acht mit je fünf Meldungen. Wenn die Damen in den letzten Jahren nie zusammenkamen, ist ein gemischtes Feld ehrlicher als ein Feld, das wieder ausfällt.
3. Spielmodus. Zwei Gewinnsätze oder zwei Sätze plus Match-Tiebreak? Mit Einstand oder No-Ad? Das entscheidet, wie lange du je Runde ansetzen musst, und damit den ganzen Zeitplan.
Schreib den Modus wörtlich in die Ausschreibung. „Nach den Regeln des Verbands" reicht nicht, das liest niemand nach, und am Turniertag diskutiert ihr auf dem Platz.
Sechs Wochen vorher: Ausschreibung raus
Was hineingehört, in dieser Reihenfolge:
- Termin und Meldeschluss, beides mit Uhrzeit
- Konkurrenzen und wer teilnahmeberechtigt ist
- Spielmodus, wörtlich
- Meldegebühr und wohin sie geht
- Wie gemeldet wird, und an wen
- Bis wann man ohne Ärger absagen kann
Der letzte Punkt ist der, den fast alle weglassen, und der die meisten Nichtantritte verhindert. Wer weiß, dass er bis Mittwoch absagen darf, sagt ab. Wer es nicht weiß, kommt einfach nicht.
Verschicke die Ausschreibung nicht nur per Aushang. Aushang, E-Mail-Verteiler, Mannschaftsgruppen und ein Anruf bei den fünf Leuten, die immer erst nach Meldeschluss aufwachen.
Nach Meldeschluss: die Turnierform wählen
Jetzt kennst du die Feldgrößen, und erst jetzt kannst du sinnvoll entscheiden.
| Meldungen | Empfohlene Form | Spiele je Teilnehmer |
|---|---|---|
| 3 bis 5 | Jeder gegen jeden | 2 bis 4 |
| 6 bis 8 | Zwei Gruppen, dann Halbfinale | 3 bis 4 |
| 9 bis 16 | K.-o. mit Setzliste, oder Gruppen bei viel Zeit | 1 bis 4 |
| über 16 | K.-o. mit Setzliste und Freilosen | 1 bis 5 |
Die wichtigste Zahl steht rechts. Ein reines K.-o.-Feld bedeutet: die Hälfte der Teilnehmer fährt nach einem Spiel wieder nach Hause. Bei einer Clubmeisterschaft, für die Mitglieder gemeldet und bezahlt haben, ist das ein schlechtes Geschäft.
Wenn du irgendwie kannst, gib jedem mindestens zwei Spiele: Gruppenphase, oder K.-o. mit Trostrunde. Das kostet Platzzeit und bringt Leute nächstes Jahr wieder.
Der Zeitplan: wo es tatsächlich schiefgeht
Rechne mit diesen Werten, sie sind aus der Praxis und eher großzügig:
- Zwei Gewinnsätze: 90 bis 120 Minuten
- Zwei Sätze plus Match-Tiebreak: 75 bis 90 Minuten
- Ein Satz: 40 bis 50 Minuten
- Doppel: etwa wie Einzel, oft etwas kürzer
Plus 15 Minuten Puffer zwischen zwei Ansetzungen auf demselben Platz. Ohne Puffer schiebt sich jede Verspätung durch den ganzen Tag.
Und die Regel, die am häufigsten vergessen wird: Wer gerade gespielt hat, braucht Pause. Mindestens 30 Minuten, bei Hitze eher 45. Wer im Halbfinale direkt nach dem Viertelfinale antreten muss, hat kein faires Turnier gespielt.
Diese drei Bedingungen gleichzeitig einzuhalten, ist der eigentliche Aufwand: Platzbelegung, Pausen zwischen den Spielen desselben Spielers, und die Zeiten, zu denen einzelne Leute nicht können. Von Hand ist das ein Abend am Küchentisch mit Bleistift und Radiergummi. Genau dafür ist Matchplan gebaut.
Die fünf Fehler, die jedes Jahr wiederkommen
- Zeitplan ohne Puffer. Ein Match läuft über, und ab 14 Uhr stimmt nichts mehr.
- Spielerwünsche zu spät abgefragt. Wer erst nach der Auslosung fragt, wer wann kann, muss neu auslosen.
- Kein benannter Ansprechpartner am Turniertag. Es muss eine Person geben, die entscheidet, und alle müssen wissen, wer das ist.
- Ergebnisse nur auf Zetteln. Bis zum Halbfinale weiß niemand mehr, wie das Viertelfinale ausging.
- Siegerehrung nicht eingeplant. Wenn das Finale um 19:30 endet und die Pokale im Schrank des Vorsitzenden liegen, der schon weg ist, endet ein guter Tag schlecht.
Am Turniertag
Was wirklich hilft, ist wenig und immer dasselbe:
- Ein Plan, den alle sehen können. Ausgedruckt am Zaun und als Link auf dem Handy.
- Ergebnisse werden eingetragen, sobald sie feststehen, nicht am Abend.
- Eine Person kümmert sich um den Plan und spielt an dem Tag selbst nicht mit.
- Wasser, Schatten, und jemand, der an die Bälle denkt.
Kurz zusammengefasst
- Acht Wochen vorher Termin, Konkurrenzen und Modus festlegen.
- Ausschreibung sechs Wochen vorher, mit Absagefrist.
- Turnierform erst nach Meldeschluss wählen, passend zur Feldgröße.
- Jedem Teilnehmer möglichst zwei Spiele geben.
- 15 Minuten Puffer je Ansetzung, 30 Minuten Pause je Spieler.